Auf der "Via Francigena":
Von Vercelli nach Orvieto

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ausführl. Bericht
Fotoalbum
Vercelli,Sant Andrea
Pavia, Po-Brücke
Parma, Baptisterium
Talignano, Seelenwaage
Pistoia, Silberaltar
Leonardo-Fahrrad
Dämonen in Quirico
Bolsena, Blutwunder
Orvieto, Dom

1. Reisetag: Wir begannen unsere Reise am 4. September 2001 in Vercelli. Nach Besichtigung der romanischen Kathedrale St. Andrea fuhren wir durch die typische Landschaft der Po-Ebene. In Sanctuario de la Bozzola fanden wir unser erstes Nachtquartier. Tageleistung: 57 km.

2. Reisetag: Bei Kaiserwetter radelten wir auf kleinen Sträßchen durch Reis- und Maisfelder nach Pavia. Unsere weitere Fahrt durch die Flusslandschaft beiderseits des Po mit ihren schönen Dörfern wurde von einem günstigen Rückenwind beflügelt. Am frühen Abend erreichten wir Piacenza. Tagesleistung: 93 km.

3. Reisetag: Bald berührten wir die ersten Ausläufer des Apennin. Weiter ging's auf der Nationalstraße SS 9 nach Fidenza. Dort bestaunten wir den von Benedetto Antelani gestalteten Dom. Tageleistung: 54 km.

4. Reisetag: Die 23 Kilometer nach Parma schafften wir in einer guten Stunde; dort besichtigten wir das berühmte Baptisterium. In San Biagio in Talignano bewunderten wir die "Seelenwaage". Dann ging es überwiegend im kleinsten Gang hinauf nach Bosschi di Bardone, einem winzigen Ort an der Auffahrt zum Cisa-Pass. Tagesleistung: 67 km.

5. Reisetag: Der anstrengendste Tag dieser Reise: Nach vierstündiger Auffahrt erreichten wir mittags die Passhöhe (1.041 Meter). Nach der Abfahrt vom Pass beginnt bald die Toskana. In Villafranca fanden wir eine gute Unterkunft. Tagesleistung: 67 km.

6. Reisetag: Durch das Magra-Tal fuhren wir flott abwärts über Aulla nach Sarzana. Von dort aus radelten wir mit dem Blick auf die berühmten Marmorbrüche von Carrara der Küste entlang nach Süden. Quartier nahmen wir dann in Forte di Marmi. Tagesleistung: 70 km.

7. Reisetag: Vorbei an Pietrosanto Marina und Viareggio fuhren wir nach Pisa und von dort aus nach Lucca. Diese diese herrliche Stadt. besichtigten wir begeistert. Tagesleistung: 60 km.

8. Reisetag: Heute stand uns einer der Höhepunkte unserer „Jakobsreise“ in Italien bevor: Pistoia. Wir nahmen uns viel Zeit für diese schöne Stadt, vor allem für die Besichtigung ihres größten Kunstwerkes, des dem Heiligen Jakobus geweihten Silberaltars. Ersts abends - es war der 11. September 2001 - erfuhren wir Einzelheiten über das Flugzeugattentat auf das World Trade Center in New York. Tagesleistung: 54 km.

9. Reisetag: Zunächst rollten wir gemütlich von Pistoia gen Süden. Dann forderten die Albaner Berge für eine gute Stunde ihren Tribut, bevor wir eine mehr als zehn Kilometer lange Abfahrt nach Vinci - Geburtsort des berühmten Leonardo - genießen konnten. Im Museum über die technischen Erfindungen des genialen Künstlers und Konstrukteurs steht ein Modell des von ihm entworfenen Fahrrads; es sieht meinem eigenen Gefährt verblüffend ähnlich. Nach Überquerung des Arno fanden wir eine Unterkunft in Certaldo. Tagesleistung: 69 km.

10. Reisetag: Zunächst fuhrten wir 13 km bergauf zu dem hochgelegenen Ort San Gimignano mit seinen berühmten Geschlechtertürmen. Dort mussten wir uns durch die Touristenmassen in den engen mittelalterlichen Gassen mit unseren Rädern regelrecht einen Weg "bahnen". Nach einem anstrengenden Schlenker gen Westen in Richtung Volterra machten wir Station bei Monteriggioni. Tagesleistung: 64 km.

11. Reisetag: Beizeiten waren wir in Siena. Dennoch war die Stadt schon überfüllt, und vor dem Dom "Santa Maria assunta" stand eine lange Warteschlange. Drinnen war es nicht anders. Weiter ging es dann auf der alten Via Cassia in Richtung Rom durch das Tal der Arbia. Als nächstes besuchten wir die Jakobskirche in Cuna und fuhren dann nach Buonconvento. Tagesleistung: 50 km.

12. Reisetag: Wir fuhren hinauf nach San Quirico, suchten uns dort schon am Vormittag eine Unterkunft und fuhren dann ohne Gepäck über den ebenfalls hochgelegenen schönen Weinort Montalcino einen anstrengenden "Giro" nach San Antimo. Dreimal mussten wir etwa 300 Meter hinauf. Zusammen mit der ersten Anfahrt nach San Quirico mögen es mehr als 1.000 Höhenmeter gewesen sein, die wir an diesem Tag bewältigt haben. Tagesleistung: 69 Kilometer.

13. Reisetag: Nach einem kurzen Besuch im Bagno Vignoni mussten wir stundenlang gegen einen steifen Wind ankämpfen, der uns vom Monte Amiata (1.738 Meter) entgegenwehte. Dabei ging es stetig bergauf. Die lange Abfahrt ins Paglia-Tal fuhren wir bis Aquapendente. Tagesleistung: 51 km.

14. Reisetag: Der Weg nach Bolsena am gleichnamigen See war rasch bewältigt. Dort besichtigten wir die große Kathedrale Santa Christina mit dem barocken Anbau für das Heiligtum des Blutwunders. Weiter ging es nach Orvieto, der für ihren Wein wie für ihren Dom berühmten Stadt. Tagesleistung: 44 km.

15. Reisetag: Vor unserer Rückreise über Florenz nach Deutschland besichtigten wir in Orvieto noch ein einzigartiges Bauwerk aus dem frühen 16. Jahrhundert: den Brunnen des hl. Patrik. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel in Florenz fuhren wir mit dem Nachtzug zurück nach Hause.

Ausführlicher Bericht (PDF 650 KB)
Routenplan "Via Francigena" (PDF)
Fotoalbum
Jakobswege in Italien
Wo die Steine Geschichte(n) erzählen
Mystisches am Pilgerweg
Wunder und Legenden an der "Via Francigena"